20 Volksoper, Millerntorplatz

Am 21. März absolvierte Wolfgang Borchert nach anderthalbjährigem Schauspielunterricht bei Helmuth Gmelin erfolgreich seine Prüfung vor der Reichstheaterkammer. Der Tag hatte für den »Staatsschauspieler in spe«, wie sich Borchert in einem Brief an Werner Lüning selbst bezeichnete, früh begonnen: Um 6 Uhr erreichte ihn ein Telegramm des Hamburger Anzeigers, zum 50. Geburtstag seines Schauspiellehrers einen Geburtstagsgruß zu verfassen. Den gedruckten Artikel konnte er bereits auf dem Weg zur Prüfung lesen. Borchert und Gmelin nutzten den doppelten Anlass am Abend für eine Tour durch die Hamburger Kneipen. Um vier Uhr morgens tranken Schüler und Lehrer schließlich Brüderschaft.

Brief von Wolfgang Borchert an Vera Mohr-Möller

Brief von Wolfgang Borchert an Vera Mohr-Möller, 23.3.1941: »Dann noch schnell einen Kleinen gesoffen und hinein in die Volksoper, wo Herr Leudesdorff, Legband usw wie die Ölgötzen saßen. Na denn man zu: 20 Minuten (Clarence [Richard III.], Franz Moor, Clavigo) – und hurra! Es war geschafft! Lächerlich! Aber aufgeregt war ich fix – kannst Dir wohl denken!«